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Late Talker: Wenn Kinder später mit dem Sprechen beginnen

Manche Kinder beginnen später als andere, Wörter zu verwenden oder kurze Sätze zu bilden. Das kann unterschiedliche Gründe haben und bedeutet nicht automatisch, dass eine behandlungsbedürftige Sprachstörung vorliegt.

Eine fachliche Einschätzung hilft dabei, die bisherige Entwicklung einzuordnen, weitere sprachliche Fähigkeiten zu betrachten und passende nächste Schritte zu planen.

Kindgerechter Behandlungsraum der Praxis LogoBilingua in Köln-Nippes mit Therapietisch und Spielküche

Was bedeutet „Late Talker“?

Als Late Talker werden Kinder bezeichnet, die im Alter von 24 Monaten weniger als 50 Wörter aktiv sprechen und noch keine Zweiwortkombinationen wie „Mama Ball“ bilden.

Der Begriff beschreibt zunächst eine Beobachtung und keine abschließende Diagnose. Für die Einschätzung ist nicht nur entscheidend, wie viele Wörter ein Kind spricht. Ebenso wichtig sind unter anderem:

  • Sprachverständnis
  • Gestik und Blickkontakt
  • Interesse an Kommunikation
  • Lautentwicklung
  • Spielverhalten
  • allgemeine Entwicklung
  • Hörfähigkeit
  • bisherige sprachliche Erfahrungen

Typische Beobachtungen von Eltern

Eltern melden sich häufig, wenn sie feststellen:

Mein Kind spricht nur wenige verständliche Wörter.

Neue Wörter kommen nur langsam hinzu.

Mein Kind zeigt oder zieht Erwachsene häufig zu Gegenständen, statt sie zu benennen.

Es verwendet hauptsächlich Laute, Gesten oder einzelne Wörter.

Zweiwortverbindungen entstehen noch nicht oder nur selten.

Es wirkt frustriert, wenn es nicht verstanden wird.

Andere Kinder im gleichen Alter sprechen deutlich mehr.

Ein einzelnes Merkmal genügt nicht für eine verlässliche Einschätzung. Die gesamte Entwicklung und die individuelle Situation müssen berücksichtigt werden.

Warum eine frühe fachliche Einordnung sinnvoll sein kann

Ein Teil der spät sprechenden Kinder holt sprachliche Rückstände im weiteren Verlauf auf. Bei anderen zeigen sich später weiterhin Schwierigkeiten, etwa beim Wortschatz, der Grammatik oder dem Sprachverständnis.

Eine frühe Beratung kann dabei helfen:

Unsicherheiten zu reduzieren,

Stärken und Auffälligkeiten differenziert zu betrachten,

ungünstiges Abwarten zu vermeiden,

Eltern alltagstaugliche Anregungen zu geben,

bei Bedarf Diagnostik oder Therapie rechtzeitig einzuleiten.

Dabei geht es nicht darum, Eltern zu beunruhigen oder jedes Kind mit spätem Sprechbeginn sofort zu therapieren.

Illustration mit Sprechblasen und Alltagssymbolen zum mehrsprachigen Aufwachsen von Kindern

Mehrsprachigkeit und später Sprechbeginn

Mehrsprachig aufwachsende Kinder verteilen ihren Wortschatz häufig auf mehrere Sprachen. Bei der Beurteilung der 50-Wörter-Grenze werden deshalb alle Wörter zusammengezählt, die ein Kind in seinen verschiedenen Sprachen aktiv verwendet. Entscheidend ist der gesamte Wortschatz. Nicht allein die Anzahl der deutschen Wörter.

Mehrsprachigkeit verursacht keine Sprachstörung. Relevant ist, wie sich das Kind über alle verwendeten Sprachen hinweg entwickelt und welche kommunikativen Fähigkeiten es zeigt.

Eltern sollten zu Hause weiterhin in den Sprachen sprechen, in denen sie sich sicher und natürlich ausdrücken können. Eine künstliche Umstellung auf ausschließlich Deutsch ist in der Regel nicht hilfreich.

Bei LogoBilingua können Beratungsgespräche bei Bedarf auf Türkisch stattfinden. Therapie kann fachlich passend auf Deutsch oder Türkisch gestaltet werden.

Was wird bei der Einschätzung betrachtet?

Je nach Situation werden unter anderem folgende Bereiche berücksichtigt:

Falls Hinweise auf zusätzliche medizinische oder entwicklungsbezogene Fragestellungen bestehen, kann eine weitere ärztliche oder fachliche Abklärung sinnvoll sein.

  • bisherige sprachliche Entwicklung,
  • Sprachverständnis,
  • aktiver Wortschatz,
  • Satzentwicklung,
  • Lautbildung,
  • nonverbale Kommunikation,
  • Spiel- und Interaktionsverhalten,
  • Hörentwicklung,
  • familiäre und mehrsprachige Sprachsituation,
  • weitere Entwicklungsbereiche.

Beratung und Therapie

Nicht jedes Kind benötigt unmittelbar eine fortlaufende Therapie. Mögliche nächste Schritte sind:

Beratung bei Unsicherheiten:

  • einmalige fachliche Beratung – auf Wunsch auch ohne das Kind
  • konkrete sprachfördernde Anregungen für den häuslichen Alltag

Abklärung und Therapie:

  • ärztliche Abklärung einer möglichen Entwicklungs- oder Sprachentwicklungsstörung
  • Einholen einer ärztlichen Heilmittelverordnung
  • logopädische Befunderhebung
  • individuell abgestimmte Therapie
  • sprachfördernde Maßnahmen für zu Hause

Die Entscheidung richtet sich nach dem individuellen Entwicklungsprofil des Kindes und nicht nach einer einzelnen Zahl oder starren Altersgrenze.

Was Eltern im Alltag unterstützen kann

Hilfreich ist vor allem eine natürliche und zugewandte Kommunikation. Dazu gehört:

  • aufmerksam auf Äußerungen und Gesten reagieren,
  • dem Kind Zeit zum Antworten lassen,
  • Handlungen sprachlich begleiten,
  • kurze und passende Sätze als Vorbild anbieten,
  • gemeinsam Bilderbücher betrachten,
  • Interessen des Kindes sprachlich aufgreifen,
  • Äußerungen erweitern, ohne ständig zu korrigieren,
  • Gesprächssituationen nicht zu Prüfungssituationen machen.

Die Empfehlungen müssen immer zur Entwicklung und zum Alltag der Familie passen.

Private Beratung

Für Eltern, die zunächst eine fachliche Orientierung wünschen, ist eine private Beratung möglich.

Persönlich oder online

45 Minuten

90 €

  • in der Praxis oder online
  • Terminreservierung über WhatsApp

Telefonisch

45 Minuten

70 €

  • Terminreservierung über WhatsApp

Die Beratungsangebote sind Selbstzahlerleistungen und werden nicht über die Krankenkasse abgerechnet. Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer erhoben. Die Beratung ersetzt keine ärztliche Diagnostik und keine erforderliche logopädische Befunderhebung.

FAQ

Sie sind unsicher, ob sich die Sprache Ihres Kindes altersgemäß entwickelt?

Schreiben Sie uns kurz über WhatsApp, wie alt Ihr Kind ist, welche Wörter oder Sätze es verwendet und was Ihnen besonders auffällt.

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