Sprachtherapie bei Aphasie und erworbenen Sprachstörungen
Eine Aphasie kann das Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben verändern. Häufig tritt sie nach einem Schlaganfall oder einer anderen Schädigung des Gehirns auf.
Bei LogoBilingua orientiert sich die Sprachtherapie an den erhaltenen Fähigkeiten, den persönlichen Zielen und den Kommunikationssituationen, die im Alltag besonders wichtig sind.

Wenn Sprache nach einer Hirnschädigung beeinträchtigt ist
Eine Aphasie ist eine erworbene Sprachstörung. Sie betrifft nicht die Intelligenz. Betroffen ist die Fähigkeit, Sprache zu verarbeiten und zu verwenden.
Je nach Ausprägung können einzelne oder mehrere Bereiche verändert sein:
- Wörter finden und benennen
- Sätze bilden
- Gesprochenes verstehen
- Gespräche führen
- lesen
- schreiben
- Zahlen oder Namen sprachlich abrufen
Die Schwierigkeiten können leicht oder umfassend sein. Sie zeigen sich bei jeder Person anders.
Erworbene Sprachstörungen haben medizinische Ursachen
Eine Aphasie kann unter anderem nach Schlaganfall, Hirninfarkt, Schädel-Hirn-Verletzung oder weiteren Erkrankungen und Schädigungen des Gehirns auftreten.
Die medizinische Diagnose ist wichtig. Für die Therapie wird zusätzlich untersucht, welche sprachlichen Fähigkeiten beeinträchtigt und welche Ressourcen erhalten sind.
Sprachliche Schwierigkeiten können sehr unterschiedlich aussehen
Mögliche Beobachtungen sind:
Wörter werden nicht gefunden oder durch andere Wörter ersetzt
Äußerungen bleiben kurz oder unvollständig
Längere Sätze lassen sich schwer verstehen
Fragen werden missverstanden
Lesen oder Schreiben gelingt nicht mehr wie zuvor
Gespräche brechen schneller ab
Vertraute Namen oder Begriffe sind nicht zuverlässig verfügbar
Diese Beobachtungen ersetzen keine fachliche Diagnostik.
Stärken und Schwierigkeiten gezielt erfassen
Zu Beginn werden Vorgeschichte, medizinische Befunde und wichtige Alltagssituationen besprochen. Die Befunderhebung kann Wortfindung, Benennen, Satzbildung, Sprachverständnis, Lesen, Schreiben und Gesprächsführung berücksichtigen.

Neben den Schwierigkeiten werden erhaltene Fähigkeiten und hilfreiche Kommunikationswege erfasst. Daraus entsteht ein individueller Therapieplan.
Sprache üben und Verständigung erleichtern
Je nach Befund kann die Therapie folgende Inhalte umfassen:
Wortfindung und Benennen
Satzbildung und sprachliche Struktur
Sprachverständnis
Lesen und Schreiben mit Alltagsbezug
Gespräche in vertrauten Situationen
Nutzung von Gesten, Bildern, Schrift oder Kommunikationshilfen
Vorbereitung wichtiger Äußerungen
Übertragung in den persönlichen Alltag
Es werden keine festen Erfolgszeiträume versprochen. Verlauf und Ziele hängen von Ursache, Ausprägung, Gesundheitszustand und persönlichen Möglichkeiten ab.
Teilhabe ist mehr als eine einzelne richtige Antwort
Alltagskommunikation kann gelingen, auch wenn Sprache nicht vollständig wiederhergestellt ist. Deshalb werden neben sprachlichen Übungen auch konkrete Situationen berücksichtigt, etwa Gespräche in der Familie, Terminabsprachen, Einkaufen oder das Äußern persönlicher Bedürfnisse.
Hilfreich können ausreichend Zeit, kurze klare Fragen und zusätzliche Kommunikationswege sein. Welche Unterstützung passt, wird individuell erprobt.
Gespräche gemeinsam verständlicher gestalten
Angehörige können einbezogen werden, wenn dies gewünscht und therapeutisch sinnvoll ist. Mögliche Themen sind:
Zeit für Antworten geben
Eine Frage nach der anderen stellen
Inhalte durch Gesten, Bilder oder Schrift unterstützen
Verständnis gemeinsam absichern
Unnötiges Korrigieren vermeiden
Kommunikation auch bei Schwierigkeiten fortsetzen
Ziel ist eine unterstützende Gesprächssituation ohne zusätzlichen Leistungsdruck.
Sprache und Sprechen sind nicht dasselbe
Bei einer Aphasie ist die sprachliche Verarbeitung beeinträchtigt. Bei Dysarthrie oder Sprechapraxie sind dagegen Ausführung oder Planung des Sprechens betroffen.
Die Störungsbilder können gemeinsam auftreten. Eine differenzierte Befunderhebung klärt, welche Schwerpunkte für die Therapie relevant sind.
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Wenn ein Praxisbesuch aus medizinischen Gründen nicht möglich ist, können Hausbesuche bei entsprechender Verordnung und vorhandener Kapazität im unmittelbaren Praxisumfeld angeboten werden.
Hausbesuch anfragenFAQ
Ist eine Aphasie eine Denkstörung?
Nein. Eine Aphasie ist eine erworbene Sprachstörung. Sie kann den sprachlichen Ausdruck und das Sprachverständnis beeinflussen, ist aber nicht mit einer verminderten Intelligenz gleichzusetzen.
Kann eine Aphasie nach einem Schlaganfall auftreten?
Ja. Schlaganfall und Hirninfarkt gehören zu den möglichen Ursachen einer Aphasie.
Werden Lesen und Schreiben mitbehandelt?
Ja, wenn diese Bereiche beeinträchtigt und für die persönlichen Ziele relevant sind.
Können Aphasie und Sprechstörung gleichzeitig auftreten?
Ja. Eine Aphasie kann gemeinsam mit Dysarthrie oder Sprechapraxie auftreten. Die Befunderhebung unterscheidet die beteiligten Bereiche.
Können Angehörige teilnehmen?
Ja, wenn dies gewünscht und therapeutisch sinnvoll ist. Sie können alltagsbezogene Kommunikationsstrategien kennenlernen.
Wie lange dauert eine Sprachtherapie?
Das lässt sich nicht pauschal vorhersagen. Dauer und Verlauf hängen von der Ursache, dem Ausmaß der Beeinträchtigung, dem Gesundheitszustand und den individuellen Zielen ab.
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