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Sprechtherapie bei Dysarthrie und Sprechapraxie

Neurologische Erkrankungen können die Ausführung oder Planung des Sprechens beeinträchtigen. Die Sprache und der Gedanke können vorhanden sein, während Aussprache, Stimme, Atmung oder die Abfolge von Sprechbewegungen nicht mehr zuverlässig gelingen.

Bei LogoBilingua wird die Therapie an das jeweilige Störungsbild, die Verständlichkeit im Alltag und die persönlichen Kommunikationsziele angepasst.

llustration zur Sprechtherapie bei Dysarthrie und Sprechapraxie mit Symbolen für Sprechplanung, Artikulation, Atmung und Stimme

Wenn Sprechen nach einer Hirnschädigung beeinträchtigt ist

Sprechen erfordert die Planung und koordinierte Ausführung vieler Bewegungen. Neurologische Schädigungen können diese Abläufe auf unterschiedliche Weise verändern.

Bei Dysarthrie betrifft die Störung vor allem die Ausführung. Bei Sprechapraxie ist vor allem die Planung und Programmierung der Sprechbewegungen beeinträchtigt. Beide Störungsbilder können einzeln, gemeinsam oder zusammen mit einer Aphasie auftreten.

Wenn die Ausführung des Sprechens verändert ist

Bei einer Dysarthrie sind Bewegungsabläufe des Sprechens durch eine neurologische Schädigung beeinträchtigt. Aussprache, Stimme, Atmung, Sprechtempo und Betonung können verändert sein.

Mögliche Merkmale sind:

undeutliche Artikulation

leise, gepresste oder behauchte Stimme

eingeschränkte Atemführung

verändertes Sprechtempo

auffällige Betonung oder Sprechmelodie

reduzierte Verständlichkeit

schnelle Ermüdung beim Sprechen

Wenn Sprechbewegungen nicht mehr sicher geplant werden können

Bei einer Sprechapraxie gelingt die Planung willkürlicher Sprechbewegungen nicht zuverlässig. Die Muskulatur kann grundsätzlich beweglich sein, während die erforderliche Bewegungsabfolge gestört ist.

Mögliche Merkmale sind:

  • suchende Mundbewegungen
  • wechselnde Lautfehler
  • Schwierigkeiten beim Sprechbeginn
  • auffällige Betonung und Sprechmelodie
  • zunehmende Schwierigkeiten bei längeren Wörtern oder Äußerungen
  • deutliche Anstrengung beim Sprechen

Störungsbild und Alltag gezielt unterscheiden

Zu Beginn werden medizinische Vorgeschichte, aktuelle Beschwerden und wichtige Kommunikationssituationen besprochen. Je nach Fragestellung werden Artikulation, Sprechbewegungen, Stimme, Atmung, Sprechtempo, Betonung und Verständlichkeit betrachtet.

llustration zur Sprechtherapie bei Dysarthrie und Sprechapraxie mit Symbolen für Sprechplanung, Artikulation, Atmung und Stimme

Auch eine mögliche begleitende Aphasie wird berücksichtigt. Daraus werden individuelle Therapieziele abgeleitet.

Verständlichkeit und ökonomisches Sprechen unterstützen

Mögliche Therapieinhalte sind:

Artikulationsbewegungen gezielt unterstützen

Atmung und Stimme koordinieren

Lautstärke und Stimmgebung anpassen

Sprechtempo regulieren

Betonung und Sprechmelodie bearbeiten

Kommunikationsstrategien für den Alltag entwickeln

Die Auswahl richtet sich nach Befund, Belastbarkeit und persönlichem Bedarf.

Sprechbewegungen systematisch planen und festigen

Mögliche Therapieinhalte sind:

gezielte Anbahnung von Lauten und Lautfolgen

wiederholtes Üben wichtiger Wörter und Sätze

Aufbau von Bewegungsfolgen mit angemessener Unterstützung

Arbeit an Sprechbeginn, Rhythmus und Betonung

Übertragung auf alltagsrelevante Äußerungen

ergänzende Kommunikationswege bei Bedarf

Übungen und Schwierigkeitsgrad werden individuell angepasst.

Verständlichkeit in wichtigen Situationen verbessern

Therapieziele orientieren sich nicht nur an einzelnen Lauten. Entscheidend ist, was die betroffene Person im Alltag mitteilen möchte.

Mögliche Ziele sind Gespräche mit Angehörigen, Telefonate, kurze Terminabsprachen, das Äußern von Bedürfnissen oder die sichere Verwendung besonders wichtiger Wörter und Sätze.

Zeit geben und Verständigung absichern

Angehörige können lernen, Gespräche ohne unnötigen Druck zu unterstützen. Hilfreich können ruhige Gesprächssituationen, ausreichend Antwortzeit, verständliche Rückfragen und ergänzende Gesten oder Schrift sein.

Welche Strategie passt, wird individuell abgestimmt.

Sprechbewegungen und sprachliche Verarbeitung unterscheiden

Bei Dysarthrie und Sprechapraxie stehen Ausführung oder Planung des Sprechens im Vordergrund. Bei einer Aphasie sind dagegen sprachliche Fähigkeiten wie Wortfindung, Satzbildung oder Sprachverständnis beeinträchtigt.

Da die Störungsbilder gemeinsam auftreten können, ist eine differenzierte Befunderhebung wichtig.

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